Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht

Dieses Zitat von Carlo Levi steht über der aktuellen Momenta #17, die heute rausging. Die essentielle Wahrheit hinter diesem Satz hat jeder von uns schon am eigenen Leib erfahren. Wir können Erfahrungen nicht erben oder vererben. Wir können lediglich unsere Sichtweise der eigenen Wirklichkeit erzählen. Die Wirkung der Erfahrung entsteht nur bei dem, der sie selbst macht.

Wie gerne wollen wir unseren Kindern, Freunden oder anderen uns nahestehenden Menschen schlechte Erfahrungen ersparen. Wir meinen es gut. Doch gut gemeint ist nicht gut, sondern das Gegenteil davon. Es ist schlecht. Es hilft nicht. Es blockiert. Im Eifer des Gutgemeinten übersehen wir, dass Entwicklung nur dann möglich ist, wenn sich beim Betreffenden etwas ent-wickelt. Es ist buchstäblich notwendig, dass diese Person die eigenen Fähigkeiten und Talente auswickelt und nach außen bringt. Besondere Situationen, in denen nicht alles glatt läuft, sind ideal für solche Ent-wicklung. Begegne ich nie Hindernissen, dann erlebe ich nie die Chance, in einer Grenzsituation auf ungeahnte, verborgene innere Schätze zugreifen zu müssen. Nur wenn wir an Grenzen stoßen, können wir neues Land betreten. Es sind also die unangenehmen Erfahrungen, die Potenzial in sich tragen.

In diesem Sinne ist es förderlich, wenn ich meine Lieben ermutige eigene Erfahrungen zu machen. Auch wenn ich ahne, dass sie schwierig werden könnten. Dann bin ich hilfreich als Licht am Ende des Tunnels, wo sich die Szenerie weitet und den Blick auf unbekanntes, neues Land freigibt. Viel hilfreicher jedenfalls, als wenn ich dazu beitrage, dass der Tunnel nie betreten wird. Denn dann ändert sich nichts. Und Leben ist nun mal Veränderung.

Ich wünsche viel Freude und Kraft bei neuen Erfahrungen!